"Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind groß zu ziehen,"
... sagt ein afrikanisches Sprichwort.
Das Dorf Cambine liegt 10 Kilometer landeinwärts der Hauptverkehrsader Mosambiks zwischen Maputo und Beira. Cambine ist aus einer methodistischen Missionsstation erwachsen, die schon im 19. Jahrhundert gegründet wurde. Hier, im Waisenhaus »Carolyn Belshe« der Methodistischen Kirche, leben über 50 Kinder und Jugendliche.
Ihre Eltern haben sie verlassen oder sind gestorben. Aids, Malaria oder Mangelernährung können die Gründe sein, warum diese Kinder Waisen geworden sind. Das Waisenhaus ist ihre neue Familie, Cambine das neue Dorf, das sie groß zieht.
Mosambik gehört zu den 20 ärmsten Ländern der Welt. Doch das Land ist reich an Kindern: Über 50 % der Bevölkerung sind unter 18 Jahre alt. So ist es kaum verwunderlich, dass man froh ist, wenn alle einfach nur versorgt sind. An pädagogischen Luxus ist hier nicht zu denken.
Im Waisenhaus in Cambine sind die Kinder gut versorgt. Sie haben hier viel bessere Bedingungen aufzuwachsen, als an vielen anderen Orten dieses Landes.
Die Küste ist nicht fern und es ist fruchtbarer, als in vielen anderen Regionen Afrikas. Die Kinder werden satt, haben sauberes Wasser, alle nötigen Schulen sind zu Fuß zu erreichen und das Umfeld ist recht sicher.
Doch die Verantwortlichen träumen einen Traum. Sie wünschen sich ein richtiges Kinderdorf, das über die Grundversorgung hinaus mehr ermöglichen kann. Die Kinder sollen in einzelnen Häusern in altersgemischten Gruppen zusammenleben, um so etwas wie Familie zu erleben. Die Kinderdorfmütter sollen Möglichkeit, Zeit und Raum haben, sich auch um Bildung und gezielte Förderung der Kinder zu kümmern.
Deshalb steht an erster Stelle die Aus- und Weiterbildung der Mitarbeitenden vor allem im pädagogischen Bereich. Aber auch die räumlichen Bedingungen für ein Kinderdorf müssen geschaffen werden.



