Informationen über Südafrika
Südafrika ist ein Land an der Südspitze des afrikanischen Kontinents, es umfasst eine Fläche von 1.219.912 km² und beheimatet 46.880.220 Einwohner. Im Süden und Südosten grenzt das Land an den Indischen Ozean und im Westen an den Atlantischen Ozean. Im Norden liegen die Nachbarländer Namibia, Botsuana und Simbabwe, östlich davon Mosambik und Swasiland. Das Königreich Lesotho ist eine Enklave, wird also vollständig von Südafrika umschlossen.
Geschichte:
Der Beginn der modernen Geschichtsschreibung in Südafrika war der 6. April 1652, als der Niederländer Jan van Riebeeck im Auftrag der Niederländischen Ostindien-Kompanie am Kap der Guten Hoffnung eine Versorgungsstation errichtete. Im Zuge dieser Einrichtung vergrößerte sich die Anzahl der weißen Siedler langsam aber stetig, auch die Zahl der Sklaven stieg stetig an. 1797 besetzten Truppen des Königreichs Großbritannien die Region um das Kap der Guten Hoffnung. Die Briten mussten das Land nach dem Frieden von Amiens 1802 an die Niederlande zurückgeben, eroberten es aber im Jahr 1806 erneut und errichteten hier nun dauerhaft eine britische Kronkolonie. Im großen Treck von 1835-1841 wanderten rund 14.000 Buren in die Gebiete nördlich des Oranja-Flusses aus um sich den Briten zu entziehen und weiter die Ausbeutung der nicht-weißen Bevölkerung praktizieren zu können. In den Jahren 1899-1902 kehrten die Briten noch zahlreicher zurück und besiegten die Buren im zweiten Burenkrieg. Die eher rechtsgerichtete National Party, Partei der niederländisch-stämmigen Buren, sympathisierte mit Hitler-Deutschland und installierte nach ihrem Wahlsieg im Jahr 1948 das weltweit geächtete System der Apartheid, das jedoch schon vorher unter der politischen Führung der britisch-stämmigen Staatsführung ihren Anfang nahm und bis kurz nach der Wahl des gemäßigten Präsidenten Frederick Willem de Klerk Bestand hatte. Die Partei konnte eine Reihe von Gesetzen verabschieden, die das alltägliche Leben strikt nach den verschiedenen Hautfarben trennte. Die Apartheid war ein bedeutender Konfliktpunkt während der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, der zu weit reichenden wirtschaftlichen Sanktionen und dem Rückzug vieler Unternehmen aus Südafrika führte.
Wirtschaft:
Seit den 1970er Jahren hat sich Südafrika vom Schwellenland zu einem wohlhabenden Industriestaat mit stabiler Regierung entwickelt, die ländlichen Gebiete ähneln eher noch einem Entwicklungsland. Das Land ist sehr reich an Bodenschätzen, besonders die großen Vorkommen an Gold, Diamanten, Kohle, Platin, Chrom, Eisenerz und Palladium stärkten die wirtschaftliche Situation in den vergangenen Jahrzehnten. Im Jahr 2002 lag der Anteil Südafrikas an der Goldproduktion auf dem Weltmarkt bei 15%. Obwohl die letzten zehn Jahre vom Wachstum geprägt waren, liegt die Arbeitslosenquote bei etwa 27%, und die Nachwirkungen der Apartheid, vor allem Armut und wirtschaftliche Benachteiligung der nicht-weißen Bevölkerung, sind noch nicht beseitigt. Weitere Probleme sind eine hohe Kriminalitätsrate, Korruption und HIV/Aids. Das Bruttosozialprodukt beträgt 115Mrd. Euro und ist damit das höchste aller afrikanischen Länder.
Gesellschaft:
Südafrika ist ein ethnisch sehr gemischtes Land, in dem Menschen aller Hautfarben leben und das aufgrund dieser Vielfalt oft als Regenbogennation bezeichnet wird. Das Land hat die größte europäisch-stämmige Bevölkerung und die größte Einwohnerzahl indischer Herkunft in ganz Afrika. Da die verschiedenen Volksgruppen aber nicht immer konfliktfrei nebeneinander lebten, beherrschten ethnische Probleme und Unruhen zwischen der weißen Bevölkerungsminderheit und der schwarzen Mehrheit die Geschichte und Politik des Landes. Bis zum Jahr 1991 teilte die südafrikanische Verfassung die Bevölkerung in vier große Klassen: Schwarze (Afrikaner), Weiße, Farbige und Asiaten. Die schwarzen Afrikaner stellen etwa 79,5% der Gesamtbevölkerung dar. Der Anteil der Weißen, hauptsächlich Nachfahren niederländischer, deutscher, französischer und englischer Einwanderer, beträgt 9,2%. Die Wende in der Politik im Jahr 1990 wurde durch den jahrelangen Kampf der schwarzen Bevölkerungsmehrheit unter ihrem politischen Führer Nelson Mandela, der auch 1994 zum ersten schwarzen Präsidenten des Landes gewählt wurde, erreicht.
Südafrika ist außerdem eines der wenigen Länder in Afrika, in dem noch nie ein Staatsstreich stattgefunden hat. Freie und geheime Wahlen werden seit Ende des 19. Jahrhunderts durchgeführt, zu gleichen Wahlen wurden sie allerdings erst 1994, als es auch der nicht-weißen Bevölkerung erlaubt wurde zu wählen. Auch wenn die Apartheid abgeschafft wurde, werden Schwarze auch heute meist schlechter bezahlt als Weiße. Die Spanne zwischen armer und reicher Bevölkerung ist nach wie vor recht groß.
Bildung:
Etwa 87% der über 15jährigen Südafrikaner können lesen und schreiben.
Religion:
Etwa 70 bis 80% der Bevölkerung bekennen sich zu christlichen Glaubensgemeinschaften. Etwa 2% sind Anhänger von Stammesreligionen (mehrheitlich Animismus), 2% Muslime und 1,5% Hindus. Ungefähr 15% der Bevölkerung gehören keiner Religion an.
Quelle: Wikipedia


